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Äquatorialguinea (8/197)

Die Reise geht diesmal nach Äquatorialguinea, ein kleiner Staat in Zentralafrika.

KarteAequatorial

Die Küche Äquatorialguineas ist ein Mix aus traditionell afrikanischer Kochkultur, gepaart mit Einflüssen aus der spanischen Kolonialzeit. Aber auch portugiesische und arabische Einflüsse haben die Küche des Landes geprägt.

Wie in vielen afrikanischen Ländern ist das wichtigste Grundnahrungsmittel Cassava, besser bekannt als Maniok. Durch seinen hohen Stärkegehalt bietet es eine gute Basis für die tägliche Ernährung. Neben Cassava spielen auch Yamswurzel, Erdnüsse, Süßkartoffel, Bitterspinat und Okraschoten eine wichtige Rolle für die typischen Gerichte des Landes. Als Beilage werden meist  Reis und Kochbananen gereicht. Auch Chili und Gewürze sind sehr beliebt.

Bedingt durch die Küstenlage sind natürlich auch Fisch und Meeresfrüchte wichtige  Grundbestandteile der Küche Äquatorialguineas. Sie hat aber auch eine große Vielfalt an Fleisch  zu bieten. Neben Geflügel (Huhn, Perlhuhn und zu besonderen Gelegenheiten auch mal Ente) wird gerne im Land einheimisches Wild (Antilope, Hirsch oder Schwein) gegessen. Aber auch exotischere Tiere wie Stachelschweine, Schildkröten, Krokodile und Schnecken stehen auf dem Speisezettel. Letztere sind in Äquatorialguinea ungewöhnlich groß und werden gerne als sogenannte Okro Suppe gegessen.
Auch Affen gelten als Delikatesse, da sie aber heutzutage mehr und mehr vom Aussterben bedroht sind gibt es inzwischen Programme der Regierung die den Verzehr von Affenfleisch unterbinden.

Zum Nachtisch bietet die Natur des Landes eine große Auswahl an köstlichen frischen Früchten wie Bananen, Mango, Ananas und Kokosnuss. Sie werden gerne über den Tag verteilt als kleine Snacks gegessen.
Die Atanga ist eine typische Frucht Äquatorialguineas. Sie ist sehr groß und muss vor dem Verzehr gekocht und gesalzen werden.

Typische einheimische Getränke sind Osang (afrikanischer Tee), Palmwein und Malamba, ein spezielles Bier, das aus Zuckerrohr gebraut wird.

Ein wichtiges Element der Küche Äquatorialguineas ist auch die Liebe zum Detail. Essentiell ist z.B. die richtige Menge an Gewürzen, sowohl für den Geschmack als auch für die Farbe die das Gericht haben soll. Auch die richtige Optik ist nämlich sehr wichtig. Jedes traditionelle Gericht hat seine ganz spezielle Zubereitungsmethode, welche in allen Regionen des Landes gleich ist.


MENÜ

Da uns diesmal Besuch erwartet haben wir uns für ein klassisches 3-Gänge-Menü entschieden:

Vorspeise:
Pick a Pepper Soup
Scharfe Fischsuppe

Hauptspeise:
Pollo con Salsa de Cacahuetes
Hühnchen in Erdnusssauce

Nachspeise:
Akwadu
Gebackener Bananenauflauf

Beim Einkauf der Zutaten gab es keine Probleme. Einzige Besonderheit ist vielleicht der Guinea Pfeffer. Wir haben ihn zugegebenermaßen weggelassen, weil wir ihn beim Schreiben des Einkaufszettels vergessen haben. Ich weiß also nicht in welchem Geschäft man ihn bekommen kann, aber man kann ihn auf alle Fälle problemlos im Internet bestellen.


Pick a Pepper Soup
Scharfe Fischsuppe

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Pick a Pepper Soup ist ein traditioneller Eintopf aus Äquatorialguinea. Der Name kommt vermutlich daher, dass so viele verschiedene Sorten von „Pepper“ (was im englischen sowohl für Paprika als auch für Chilis steht) in der Suppe verwendet werden. Im Originalrezept wird als Fischsorte Red Snapper verwendet, da dieser aber zu den bedrohten Arten gehört haben wir uns für gewöhnlichen Alaska Seelachs entschieden. Prinzipiell kann eigentliche jede beliebige Fischsorte mit etwas festerem Fleisch verwendet werden.
In Äquatorialguinea wird dieser Eintopf auf Reis serviert, wir haben ihn allerdings weggelassen damit wir nicht vor der Hauptspeise schon satt sind.
Seit unserer „Reise“ nach Angola wissen wir übrigens dass man sich an die Habanero Chili ruhig herantrauen kann (auch wenn sie als schärfste Chili der Welt gilt). Wenn man sie im Ganzen mitkocht fällt die Scharfe relativ mild aus.

Zeitaufwand:
ca. 10 Minuten + 1 Stunde Kochzeit

Zutaten:
Für 4 Personen
(Ohne Reis als Vorspeise oder mit Reis als Hauptspeise)

450 g Fischfilet
2 Tomaten
1 rote Paprika
3 Zwiebeln
1 Habanero Chilli
1/4 TL Cayenne Pfeffer
1/2 TL Salz
1/2 TL schwarzer Pfeffer
1/2 TL Guinea Pfeffer
1 TL Paprika
1 TL getrocknetes Basilikum
1 TL getrockneter Rosmarin
1 Lorbeerblatt
400 ml Wasser
1-2 EL Zitronensaft
1 EL Öl

Zubereitung:

Fischfilet, Tomaten und Paprika in Stücke schneiden. Zwiebel in Ringe schneiden.

Die Habanero Chili (wie oben erwähnt) im ganzen in die Suppe geben um eine (relativ) milde Schärfe zu erreichen. Wenn man ganz mutig ist und gerne sehr scharf isst kann man sie natürlich auch entkernen und fein hacken.

Wasser zum kochen bringen und alle Zutaten außer Öl hineingeben. Mindestens eine Stunde köcheln lassen. Wenn die Suppe zu dick wird muss evtl. zwischendurch noch etwas Wasser nachgegossen werden.

Nach der Kochzeit das Öl dazugeben und nochmals für 5 Minuten köcheln lassen.

Lorbeerblatt entfernen und mit Brot oder Reis servieren.

Unsere Wertung:

Ich bin ja bei Fisch immer relativ heikel und eigentlich gar nicht so der Freund von Fischsuppe, aber diese Gericht hat wirklich gut geschmeckt. Die anderen „Mitesser“ waren sogar richtig begeistert. Der Geschmack ist würzig, tomatig und frisch. Der Fischgeschmack ist nur sehr dezent. Da sie noch dazu unschlagbar einfach zuzubereiten ist kommt sie auf jeden Fall nochmal in der Eintopf-Variante mit Reis bei uns auf den Tisch.
8,5/10 Punkte


Pollo con Salsa de Cacahuetes
Huhn in Erdnusssauce

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Huhn in Erdnusssauce gibt es in ganz Afrika in den unterschiedlichsten Varianten. Das hier ist die Variante aus Äquatorialguinea. In vielen Rezepten kommen zusätzlich noch Gambas in die Sauce (bei der unten angegebenen Menge ca. 250 g Gambas). Da es bei uns schon Fisch als Vorspeise gibt haben wir sie weggelassen.

Zeitaufwand:
Ca. 1 Stunde

Zutaten:
Für 4 Personen zum sattessen

1 kg Hühnerschenkel
3 frische Tomaten oder Dosentomaten
1 große Zwiebel
3 Knoblauchzehen
100-200 g Erdnussbutter
Evtl. 1 EL Tomatenmark
1 Lorbeerblatt
400 ml Hühnerbrühe (nach Belieben)
Öl zum Braten
Salz
Pfeffer
Chilipulver (nach Belieben)

Zubereitung:

Hühnerschenkel salzen und pfeffern und von allen Seiten knusprig braun braten. Beiseite stellen.

Zwiebel währenddessen würfeln, Knoblauch hacken und Tomaten in kleine Stücke schneiden.

(Wenn es geschmackvolle Tomaten sind kann man gerne frische verwenden, dann sollte man aber noch den EL Tomatenmark dazugeben. Im Winter würde ich auf jeden Fall auf Tomaten aus der Dose zurückgreifen.)

Das Öl vom Braten in der Pfanne lassen und darin die Zwiebelwürfel mit dem Knoblauch dünsten bis sie glasig sind. Evtl. 1 EL Tomatenmark dazugeben (siehe oben) und kurz mitbraten. Dann die Tomatenwürfel dazugeben und köcheln lassen bis sie zerfallen.

Vorerst nur ein paar Esslöffel Erdnussbutter unterrühren und dann die Hühnerbrühe dazugeben. Nun kann nach und nach mehr von der Erdnussbutter untergerührt werden bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (oder je nachdem wie Kalorienhaltig das essen sein darf)

Lorbeerblatt und Hühnerschenkel dazugeben und für ca. 20 Minuten in der Sauce fertig garen.

Mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken und mit Reis servieren.

Wer es besonders authentisch mag kann den Reis als Arroz de Guineano zubereiten. Für 250-300g Reis, eine Zwiebel und 1 kleine Chilischote (entkernt) fein hacken und in 100 ml Öl braten bis die Zwiebel weich ist. Den ungekochten Reis dazugeben und unterrühren bis er rundum mit Öl bedeckt ist. Dann Wasser und etwas Salz dazugeben und Reis wie gewohnt kochen.

Unsere Wertung:

Lecker, lecker lecker! Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.
Wer Erdnusssaucen mag, unbedingt nachkochen! Einziger Nachteil: Viele Kalorien 🙂
9/10 Punkte


Akwadu
Gebackener Bananenauflauf

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Akwadu wird in Äquatorialguinea eigentlich als traditionelles Frühstück gegessen. Dort wird es aber meist mit den weniger süßen Kochbananen zubereitet. Bei uns soll es aber eine süße Nachspeise werden, also gibt es auch süße Bananen.

Zeitaufwand:
Ca. 25 Minuten inkl. Backzeit

Zutaten:
4 Bananen
1 Tasse Kokosraspel
100 ml Orangensaft
Saft von 1/2 Zitrone
2 EL Vollrohrzucker
3 EL geschmolzene Butter
Honig
Zimt

Zubereitung:

Ofen auf 200 Grad vorheizen.

Bananen längs halbieren und die Hälften in beliebig große Stücke schneiden. In einer Auflaufform möglichst nebeneinander legen.

Geschmolzene Butter, Orangensaft und Zitronensaft nacheinander darüber geben.

Zucker, Koksraspel und Zimt (nach Belieben) über die Bananen verteilen.

Ca. 10-12 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, dann kurz aus dem Ofen nehmen und in beliebiger Menge Honig darüber geben (Je nachdem wie süß man es mag)

Wieder zurück in den Ofen stellen und im Grillmodus 2-3 Minuten bräunen. Dabei ständig beobachten damit nichts verbrennt.

Kurz abkühlen lassen, aber noch heiß servieren.

Unsere Wertung:

Auch mit der Nachspeise sind wir diesmal sehr zufrieden. Der Geschmack ist fruchtig, süß und frisch. Die Säure des Orangen- und Zitronensaftes macht einen schönen Kontrast zur Süße und die Koksraspel lassen das ganze nach Afrika schmecken. Eine tolles Dessert wenn es mal ganz schnell gehen muss.
Leider waren wir vom Erdnusshuhn schon so satt, dass wir die Nachspeise kaum noch genießen konnten 🙂
8,5/10 Punkte


UNSER FAZIT:

Nach dem kleinen Tief bei Antigua und Barbuda war Äquatorialguinea genau das was wir gebraucht haben! Alle drei Gerichte sind super gelungen und haben genau unseren Geschmack getroffen. Afrika scheint sich so langsam auch kulinarisch zu unserem Lieblingskontinent zu entwickeln. Was das „echte“ Reisen angeht ist das schon länger der Fall 🙂
Auch unserem Gast hat alles geschmeckt und so treten wir rundum zufrieden und hoch motiviert unsere Reise nach Argentinien an!

 

 

 

 

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