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Benin (21/197)

Endlich geht es weiter mit der Schlemmerweltreise!

Das westafrikanische Land Benin liegt am Golf von Guinea und grenzt (im Uhrzeigersinn) an Togo, Burkina Faso, Niger und Nigeria. Als ehemals französische Kolonie wurde es erst 1960 als Republik Dahomey in die Unabhängigkeit entlassen. Seit 1975 trägt das Land den Namen Benin.

In der Küche Benins finden sich einige brasilianische Einflüsse, die von freigelassenen afrobrasilianische Sklaven (Retornados) in das Land gebracht wurden aber vor allem die lange Zeit unter französischer Herrschaft hat die Küche geprägt. In Bäckereien werden z.B. Baguettes und Brioches verkauft und in den Städten haben einige Restaurants französische Gerichte auf ihrer Karte.
In der Alltagsküche machen sich diese Einflüsse allerdings kaum bemerkbar, da die europäischen Zutaten für die überwiegend arme Bevölkerung schlicht unerschwinglich sind. Selbst Brot gilt auf dem Land schon als Luxus.
Der Großteil der Einwohner Benins ist seit jeher auf regionale Zutaten angewiesen, weshalb Klima, Vegetation und Fruchtbarkeit der jeweiligen Region die Speisen des Landes am deutlichsten geprägt haben. So unterscheidet sich die Küche des am Meer gelegenen Südens merklich von der des trockeneren Nordens. Im Süden ernährt man sich hauptsächlich von Fisch und Geflügel, während im Norden, wo mehr Viehzucht betrieben wird, auch mal Rind oder Schwein auf den Tisch kommen. Auch die Auswahl an frischen Früchten ist im fruchtbaren Süden größer.
Die Grundlage jeder Mahlzeit ist in ganz Benin, so wie in vielen Ländern Afrikas, ein sättigender Brei. Dieser wird im fruchtbaren Süden gern aus Maismehl gekocht, während er im dürren Norden meist aus Yamswurzel besteht.
Auch Couscous und Reis werden im ganzen Land gerne als Beilage zu den verschiedenen Soßen und vegetarischen Eintöpfen gereicht. Fleisch kommt aufgrund der hohen Preise nur an Feiertagen und zu besonderen Gelegenheiten auf den Tisch.
Da viele Haushalte nicht über einen Kühlschrank verfügen, müssen die Zutaten immer frisch vom Markt erworben werden. Gekocht wird häufig draußen und ist überwiegend „Frauensache“.
Man sagt, in Benin werde gesünder gegessen als in den meisten anderen Ländern Afrikas und die Gerichte seien auf dem ganzen Kontinent für ihre besondere Exotik bekannt.

Essgewohnheiten:
Zum Frühstück werden meist Reste vom Vortag gegessen. Nur in den Städten können sich einige wohlhabendere Menschen ein kleines (französisch beeinflusstes) Frühstück mit Brot und heißem Getränk leisten.
Die Hauptmahlzeit des Tages ist das Abendessen. Es besteht immer aus dem bereits genannten Brei in Kombination mit einem oder mehreren Eintopfgerichten und so vielen Beilagen wie man sich leisten kann.
Zu den Mahlzeiten sitzt man (meist im Kreise der Familie) am Boden. Das Essen wird in Töpfen in die Mitte gestellt, aus denen sich alle selbst bedienen dürfen. Es wird ohne Besteck mit der rechten Hand gegessen. Das Essen mit der linken Hand gilt, wie in vielen anderen Kulturen, als unanständig.
Zwischen den Mahlzeiten lieben es die Beniner kleine Snacks zu essen, die überall von diversen Verkäufern auf der Straße angeboten werden. Auch Getränke werden auf der Straße verkauft.
Wer mehr über Streetfood in Benin erfahren möchte, dem sei dieser wunderschöne Artikel ans Herz gelegt: https://unseenbenin.wordpress.com/2014/03/11/street-food-to-try-in-benin/

Nahrungsmittel und Zutaten:
Grundnahrungsmittel:
Mais, Yams, Maniok, Hirse, Reis, Bohnen
Fleisch und Fisch:
– Huhn, Ziege, Lamm, Rind (im Norden), Bushmeat
– Fisch und Meeresfrüchte aus dem Meer, Lagunen und Flüssen (frisch, getrocknet, gesalzen und geräuchert)
– Schnecken, Frösche
Gemüse und Früchte:
– Okra, Blattgemüse (z.B Gboma), Kohl, Aubergine, Tomate, Zwiebeln
– Mango, Avocado, Ananas, Bananen, Papaya, Guave und Zitrusfrüchte
Kräuter und Gewürze:
– Chili, Knoblauch, Ingwer, schwarzer Pfeffer
– Bouillon-Würfel (Maggi)
– Pulver aus getrockneten Shrimps
Pilipili (scharfe Sauce)
Sonstige Zutaten:
Erdnüsse, Egusi (Melonenkerne), Sesam, Akanmou/Akanwu (Pottasche), Erdnussöl, rotes Palmöl

Landestypische Gerichte:
Sättigungsbeilagen:
Igname Pilé (Fufu): Brei aus gekochten Yamswurzeln – meist mit Sauce d’arachide serviert
Telibo Wo/Pâte Noir: Brei aus getrockneten und gemahlenen Yamswurzeln
Wo/Pâte Blanche: Brei aus Maismehl
Amiwo/Pâte Rouge: Roter Brei aus Maismehl und Tomatensauce
Wassa Wassa: Beilage aus Maniokraspeln (ähnlich wie Couscous)
Akassa: Fermentierter Maisbrei
Atassi: Reis mit Bohnen
Snacks und Appetizer:
Wagassi: Käse aus Kuhmilch – Tofu ähnliche Konsistenz, mit roter Rinde
Ablo: Brötchenartiger, gedämpfter Mais-Reis-Brei – meist im Bananenblatt serviert
Akara: Frittierter Mus aus Schwarzaugenbohnen – meist mit Dja serviert
Aloko: Frittierte Kochbananenchips
Tévi: Gebratene Yamsscheiben
Soßen/Eintöpfe:
– Sauce d’arachide: Erdnuss-Soße
Dja: Scharfe Tomatensoße
Ago Glain: Eintopf mit Krabbenfleisch
Dahomey Fish Stew: Fischeintopf
Owo soup: Eintopf mit Fisch, Tomaten und Pottasche
Soupe/Sauce Gombo: Okraeintopf – meist mit Fisch oder Fleisch
Mouton aux Arachides: Lammeintopf mit Erdnusssoße
Calalu/Calalou: Eintopf mit Fleisch, grünem Blattgemüse, Okra und Tomaten
Blokoto: Eintopf mit Kuhfüßen und -schwänzen und Tomaten
Süßspeisen:
Yovo Doko: Krapfen aus Weizenmehl
Talé Talé: Bananenkrapfen
Kanyah: Süßspeise aus geröstetem Reis und Erdnüssen
Flan au Citron: Zitronenkuchen
Getränke:
Jus de Bissap: Kaltgetränk aus getrockneten Hibiskusblüten, Zucker und Kräutern/Gewürzen
– Mineralwasser, Tee, Fruchtsäfte
– Palmwein und Sodabi (Likör aus Palmwein)
Tchapalo: Getränk aus fermentiertem Mais
Tchoukoutou/Tchouk: Bier aus Hirse und/oder Mais (ähnlich wie Tchapalo aber mehr Alkohol)
La Beninoise: In Benin gebrautes Bier (ähnlich wie Amstel oder Heineken)


MENÜ

Appetizer/Beilagen:
Akara mit Dja
Frittierte Bohnenmus-Bällchen mit scharfer Tomatensoße

Igname pilé à la sauce arachide
Brei aus gekochter Yamswurzel mit Erdnusssoße

Hauptspeise:
Amiwo au Poulet
Roter Maisbrei mit Huhn

Nachspeise:
Kanyah
Süßspeise aus geröstetem Reis und Erdnüssen

Alle besonderen Zutaten können im afrikanischen Supermarkt oder im Internet erworben werden. Wer es authentisch mag sollte sich für dieses Menü unbedingt die würfelförmigen afrikanischen Maggi-Brühwürfel, Shrimpspulver und ungesüßte Erdnussbutter besorgen.


Akara mit Dja
Frittierte Bohnenmus-Bällchen mit scharfer Tomatensoße

   

Die frittierten Bohnen-Kügelchen sind in ganz Afrika unter den verschiedensten Namen bekannt (z.B. accra, akla, binch akara, bean balls, kosai, koose, kose, koosé, und kwasi). Sie  werden in Benin genauso gern zum Frühstück gegessen wie als Beilage oder als Snack zwischendurch. Außerdem sind sie ein äußerst beliebtes Streetfood-Essen, das von den typischen Straßenhändlern im ganzen Land verkauft wird.
Meist wird dazu eine rote scharfe Soße namens Dja gereicht, die neben Akaras auch gern zu anderen frittierten Snacks, Reis oder Atassi gegessen wird.

Zeitaufwand:
Ca. 2 Stunden (davon ca. 1 Stunde zum Enthäuten der Bohnen) +  12 Stunden Einweichzeit für die Bohnen

Zutaten:
Für 4 Personen als Vorspeise

Akara:
300 g getrocknete Schwarzaugenbohnen
1 kleine Zwiebel
1 Brühwürfel (Maggi)
Pfeffer und/oder Cayennepfeffer (nach Belieben)
2 TL Salz
1 Ei
Reichlich Erdnussöl und Palmöl (im Verhältnis 2:1)
Evtl. etwas Mehl (vorzugsweise Maismehl)

Dja:
1 kg Tomaten
Akanwu (Pottasche)
2 Knoblauchzehen
1 große Zwiebel
Chili (nach Belieben)
Pfeffer (nach Belieben)
1 Prise Ingwerpulver
1 Maggiwürfel
1 TL bis 1 EL Shrimpspulver (nach Belieben und nach Intensität des Pulvers)
150 ml Erdnussöl
1/2 EL Tomatenmark

Zubereitung:
Bohnen waschen und in reichlich Wasser über Nacht einweichen.

Am nächsten Tag die Bohnen in frisches Wasser geben und über der Schüssel mit dem Wasser zwischen beiden Händen reiben, so dass sich die Schalen lösen. Abgelöste Schalen schwimmen auf der Wasseroberfläche und können abgegossen werden. Diesen Schritt mehrmals wiederholen bis alle Schalen abgelöst sind und die schwarzen „Augen“ alle verschwunden sind. (Dazu braucht es etwas Geduld!) Dann in ein Sieb abgießen und beiseite stellen.

Für das Dja Tomaten in einem Mixer pürieren, in eine große beschichtete Pfanne geben und bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

Ein etwas linsengroßes Stück Akanwu zermahlen, in einer kleinen Schüssel mit 1 EL Wasser auflösen, zu den Tomaten geben (dabei darauf achten dass die verbliebenen gröberen Stückchen in der Schüssel bleiben) und verrühren.

Tomatenpüree für ca. 30 – 45 Minuten ohne Deckel köcheln lassen, bis fast alle Flüssigkeit verdampft ist. Dabei immer wieder umrühren, damit die Soße nicht anbrennt.

Währenddessen Knoblauchzehen, Zwiebeln und Chili zusammen mit dem Pfeffer, dem Ingwerpulver und einem zerbröckelten Maggiwürfel im Mixer zu einer Paste pürieren und beiseite stellen.

Nun die Zwiebel für die Bohnenbällchen fein hacken. Brühwürfel in etwas Wasser auflösen und glatt rühren.

Bohnen, aufgelöster Brühwürfel, Pfeffer und/oder Cayenne Pfeffer und Salz in einem Mixer ca. 3 Minuten zu einem glatten, fluffigen Teig verrühren. Dabei evtl. etwas Wasser zugeben. Der Masse sollte nicht zu fest sein, aber an einem Löffel kleben bleiben.
Zwiebelwürfel und Ei dazu geben und unterrühren.

Wer den Teig zum späteren Frittieren vorbereiten will, kann ihn nun in den Kühlschrank stellen. Das verbessert sogar noch den Geschmack.

Ob die Tomaten für die Soße ausreichend einreduziert sind, kann man daran erkennen dass kleine Löcher in der Soße entstehen. Wenn das nach 30-45 Minuten der Fall ist die Knoblauch-Zwiebelpaste zu der Tomatensoße geben, umrühren und überprüfen ob noch köchelndes Wasser in der Pfanne zu sehen ist. Falls ja, noch einige Minuten weiter köcheln lassen.

Shrimpspulver (Vorsicht, der Geschmack ist evtl. sehr intensiv! Nicht zu viel auf einmal verwenden und lieber zwischendurch abschmecken), Öl und Tomatenmark unterrühren und für weitere ca. 20 Minuten köcheln lassen bis die Soße eine dunkelrote Farbe hat. In eine Schüssel zum servieren geben und etwas abkühlen lassen.

Während die Soße fertig köchelt können die Akara frittiert werden. Dazu ca. 2 cm hoch Öl in eine hohe Pfanne oder einen Topf geben und gut erhitzen. Zum Testen ein klein wenig Teig in das Öl geben, wenn es zischt ist das Öl heiß genug.

Die Masse kann nun nach und nach mit einem Esslöffel vorsichtig in das heiße Öl gegeben werden. Ca. 3 Minuten auf jeder Seite frittieren bis die Bällchen goldbraun und knusprig sind. Sollte die Masse im Öl auseinander fallen kann noch etwas Mehl in den Teig gegeben werden.
Küchenrolle auf einen großen Teller legen und die fertigen Bällchen darauf abtropfen lassen.

Wenn alle Bällchen fertig sind in eine Schüssel geben und zusammen mit der Soße servieren.

Unsere Wertung:
Das Enthäuten der Bohnen ist unheimlich zeitaufwändig und anstrengend und es dauert eine Weile bis man die richtigen Dreh raushat. Auch das Frittieren war nicht ganz einfach, da der Teig im Öl nicht besonders gut zusammenhält.
Obwohl ich bei der Verwendung des Shrimpspulvers in der Soße sehr vorsichtig war, fand ich den Geschmack immer noch etwas zu intensiv. Beim nächsten Mal würde ich höchstens noch eine kleine Prise davon verwenden. Abgesehen davon schmeckt die Soße aber ziemlich gut und passt hervorragend zu den Akara-Bällchen.
Insgesamt eine recht leckere Vorspeise, aber ob das Ergebnis den ganzen Aufwand Wert ist sei dahingestellt.
6/10 Punkte


Igname pilé à la sauce arachide
Brei aus gekochter Yamswurzel mit Erdnuss-Soße

   

Igname pilé heißt übersetzt „zerstoßene Yamswurzel“ und kann wohl als Nationalgericht Benins bezeichnet werden. Es ist ist so typisch für die Kultur des Landes dass sogar ein Festival nach ihm benannt ist: Das „Fête de l’igname pilée“ findet immer im August im Ort Savalou statt. Dort kann man zusehen wie die Wurzeln traditionell im Mörser zerstoßen werden. Obwohl die Herstellung des Gerichts große körperliche Anstrengung erfordert, ist es in Benin reine „Frauensache“.
Der Yamswurzel-Brei wird fast immer von sauce arachide begleitet. Erdnuss-Soße wird in ganz West-Afrika gerne gegessen, dieses Rezept ist die typisch beninische Version.

Zeitaufwand:
Ca. 1 Stunde

Zutaten:
Für 4 Personen

1 kg Yamswurzel
1 Zwiebel
3 EL rotes Palmöl oder Erdnussöl
2 EL Tomatenmark
½ – 1 TL Chilipulver
1 Maggiwürfel
130 g Erdnussbutter (ohne Stücke und ungesüßt)
½ TL Salz

Zubereitung:
Yamswurzel schälen, Enden entfernen und in Stücke schneiden.

In ungesalzenem Wasser für ca. 20 Minuten weich kochen. 

Wärenddessen die Zwiebel für die Soße fein würfeln.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebelwürfel 5-8 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten bis sie weich und glasig sind. Tomatenmark und Chili dazu geben und für weitere 3 Minuten dünsten, dabei ständig rühren.

250 ml Wasser hineingeben und Maggiwürfel hineinbröseln. Gut verrühren und langsam zum Kochen bringen.

Erdnussbutter in eine Schüssel geben, und mit etwas abgeschöpfter Soße verrühren bis sie flüssig ist. Zum Rest der Soße dazu geben.

Hitze reduzieren und unter ständigem Rühren ca. 15 Minuten leicht köcheln lassen bis die Soße eingedickt ist.

Während die Soße köchelt geht es mit dem Yamsbrei weiter. Dazu die gekochten Wurzeln mit einem Pürierstab oder im Mixer so glatt wie möglich pürieren. Dann die Masse in einen Topf füllen und nochmals mit einem Kartoffelstampfer bearbeiten bis eine glatte, klebrige und homogene Masse entstanden ist. Beiseite stellen.

Die Erdnuss-Soße hat die richtige Konsistenz, wenn sie am Löffel kleben bleibt. Ist die Soße zu dick, noch etwas mehr Wasser dazu geben .Mit Salz abschmecken.

Igname Pilé portionsweise in eine kleine Schüssel oder Tasse füllen und diese auf einen Teller stürzen. Sauce arachide drumherum verteilen und servieren.

Unsere Wertung:
Der Yamsbrei schmeckt leider nach gar nichts, dafür ist die Zubereitung aber umso aufwändiger. Die Soße ist sehr lecker, aber nichts besonderes wenn man schon mal eine Erdnuss-Soße gegessen hat. Alles in allem gerade noch Mittelmaß.
5/10 Punkte


Amiwo au Poulet
Roter Maisbrei mit Huhn

   

Amiwo ist sehr beliebt und in der beninischen Küche unumgänglich. Es wird in der Regel mit Huhn oder Fisch und einem scharfen, kurz gebratenen Tomaten-Zwiebel-Gemüse serviert. In dieser Kombination ist es eines der klassischen Nationalgerichte des Landes.

Zeitaufwand:
Ca. 1 Stunde

Zutaten:
Für 4 Personen

4 große Hühnerschenkel
1 Selleriestange
1 kleiner Bund Petersilie
600 g Maismehl
3 kleine Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 frische rote Chilischote
2 Maggiwürfel
6 EL Erdnussöl
4 EL Tomatenmark
2 Tomaten
1 grüne Chilischote
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Hühnerschenkel mit klein geschnittenem Sellerie, fein gehackter Petersilie, einer großen Prise Salz und etwas Pfeffer in 300 ml Wasser für 15 Minuten bei geschlossenem Deckel kochen.

Inzwischen das Maismehl in einer heißen Pfanne ohne Fett unter ständigem Rühren leicht anrösten, bis es eine dunklere Farbe bekommt und anfängt nach Popcorn zu riechen. Beiseite stellen.

2 Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen grob würfeln, Chilischote fein hacken. Maggiwürfel in einer kleinen Schüssel zerkrümeln und in einem EL Wasser auflösen.
Alles im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer Paste pürieren. Beiseite stellen.

Das gekochte Huhn aus dem Topf nehmen und auf einem Teller beiseite stellen. Die Brühe durch ein Sieb in einen Messbecher gießen. Mit Wasser auf insgesamt 600 ml auffüllen und ebenfalls beiseite stellen.

2 EL Erdnussöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel-Knoblauch-Paste für ca. 2 Minuten bei mittlerer Hitze braten.

Tomatenmark dazu geben und für weitere 2 Minuten unter ständigem Rühren braten. Dann etwa 2/3 der Brühe angießen und langsam aufkochen lassen. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Rest der Brühe in eine Schüssel geben und etwa ein Drittel des angerösteten Maismehls darin auflösen und in die Pfanne geben sobald die Soße anfängt zu kochen. Gut durchrühren und abgedeckt für ca. 10 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze kochen lassen. Dann nach und nach das restliche Mehl dazugeben, dabei ständig rühren, damit eine glatte Masse entsteht. Dabei unbedingt darauf achten dass die Masse nicht zu fest wird, sie sollte die Konsistenz von Polenta haben – kompakt aber trotzdem noch weich. Evtl. nicht das ganze Mehl verwenden.

Das fertige Amiwo portionsweise in leicht gefettete kleine Schüsseln oder Tassen geben und etwa 20 Minuten stehen lassen.

Währenddessen das Gemüse vorbereiten: Die letzte Zwiebel und die Tomaten halbieren und in halbe Ringe scheiden, die übrige Knoblauchzehe in feine Scheiben schneiden, grüne Chilischote entkernen und in dünne Ringe schneiden. Beiseite stellen

4 EL Erdnussöl in eine Pfanne geben und die Hühnerschenkel von beiden Seiten knusprig braun anbraten.

Während das Huhn noch brät etwas vom Öl abschöpfen, in eine zweite Pfanne geben und erhitzen. Zwiebelringe darin für ca. 4 Minuten weich dünsten, dann Knoblauch und Tomaten dazugeben und für 2-3 Minuten weiterdünsten. Chili dazugeben und eine weitere Minute dünsten. Vom Herd nehmen.

Amiwo aus den Schüsseln auf einen Teller stürzen, jeweils einen gebratenen Hühnerschenkel und ein kleines Häufchen Gemüse daneben anrichten.

Unsere Wertung:
Das Huhn war erwartungsgemäß schmackhaft und knusprig, aber vom Amiwo hatte ich mir geschmacklich einiges mehr erwartet. Das frische Gemüse (das in diesem Menü eindeutig zu kurz kommt) und die schöne Optik machen es aber insgesamt doch zu einem recht ansprechenden Gericht.
6,5/10 Punkte


Kanyah
Süßspeise aus geröstetem Reis und Erdnüssen

Kanyah ist in ganz West-Afrika bekannt und kommt wohl ursprünglich aus Sierra Leone. Es erfreut sich aber auch in Benin großer Beliebtheit.

Zeitaufwand:
Ca. 1 Stunde

Zutaten:
Für 25 – 30 Stück

1-2 EL Öl
50 g Reis
250 g Erdnüsse (ungeröstet und ungesalzen)
240 ml Wasser
2 EL Zitronensaft
200 g Zucker
½ TL Salz

Zubereitung:
Ein Backblech gut mit Öl einfetten.

Den Reis bei mittlerer Hitze in einer Pfanne ohne Fett für ca. 3-5 Minuten anrösten bis er zu duften beginnt. Dabei öfter umrühren, damit nichts anbrennt.

Reis aus der Pfanne nehmen und auf die selbe Art und Weise die Erdnüsse anrösten.

Beides zusammen in einem Mixer oder Küchenmaschine fein mahlen.

In einem Topf Wasser, Zitronensaft, Zucker und Salz für 10-15 Minuten ohne Rühren köcheln lassen bis ein leicht goldener Sirup entsteht.

Nun die gemahlene Erdnuss-Reis-Mischung mit einem Holzlöffel einrühren.

Wenn alles gut verrührt ist, sofort in die vorbereitete Form schütten und die Oberfläche glatt streichen.

Noch während die Masse warm ist, in Rechtecke schneiden und dann gut abkühlen lassen.

Unsere Wertung:
Ich weiß nicht genau was ich falsch gemacht habe, aber die Masse wurde einfach nicht fest genug, so dass man sie leider nicht in Rechtecke schneiden konnte. Daher gab es nur missratene Häufchen (siehe Bild oben) die eigentlich Kugeln hätten werden sollen… Geschmacklich haben sie mich leider auch nicht vom Hocker gerissen.
Im traditionellen Originalrezept kommt kein Sirup dazu. Die Zutaten werden so lange miteinander vermahlen bis eine klebrige Masse entsteht. Mir erschien das aber etwas zu aufwändig, weshalb ich mich für die Sirup-Version entscheiden hatte. Leider! Denn ich könnte mir vorstellen dass diese weniger süße und weniger klebrige Variante mir um einiges besser geschmeckt hätte.
4/10 Punkte


FAZIT:

Wir hatten uns sehr auf dieses Land gefreut, aber manchmal sollte man seine Erwartungen vorher einfach nicht zu hoch schrauben um am Ende nicht enttäuscht zu werden. Angeblich ist Benin auf dem afrikanischen Kontinent ja für seine gesunde und exotische Küche bekannt, aber weder das ein noch das andere kann ich bestätigen. Leider gehört es für mich nicht zu den kulinarischen Highlights unserer Schlemmerweltreise.


REZEPTE UND INSPIRATION:

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http://pleindepices.com/category/plats-du-benin/
http://recette-africaine.e-monsite.com/pages/recettes-beninoise/
http://www.healthy-life.narod.ru/wor_ek22.htm
https://cookedearthblog.com/2011/10/05/republic-of-benin
http://www.marmiton.org/recettes/recette_beignets-de-niebe-akara-ou-gaou_31001.aspx
http://www.congocookbook.com/snack_recipes/akara.html
http://pleindepices.com/dja/
http://www.patrimoinebenin.org/index.php/component/content/article?id=1046:dja-savoir-faire-culinaire-aires-culturelles-adja-tado-et-yoruba-nago
http://www.afrik.com/article25049.html
http://afrodelice.com/igname-pilee-a-la-sauce-arachide-une-recette-facile-a-faire/
http://peacecorps.tumblr.com/post/132222221422/food-fridays-spicy-peanut-sauce-benin
https://unseenbenin.wordpress.com/2015/08/02/amiwo-a-popular-easy-and-delicious-beninese-dish/
https://www.youtube.com/watch?v=TJXmi5hxQGU&spfreload=10
https://www.youtube.com/watch?v=kCvPWXHPY68
http://www.congocookbook.com/snack_recipes/kanyah.html

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