Afghanistan (1/197)

Das erste Land in das uns unsere Schlemmerweltreise führt ist Afghanistan.

KarteAfghanistan

Die Afghanische Küche ist von den benachbarten Regionen Pakistan, Persien und Indien geprägt. Das kann man vor allem an den Gewürze erkennen. Häufig wird Garam Masala verwendet das man aus der pakistanisch-indischen Küche kennt. Kardamon, Dill, Minze, Kreuzkümmel und Koriander machen den persischen und arabischen Einfluss sichtbar. Auch frischer Koriander kommt oft zum Einsatz, man nennt ihn auch „Afghanische Petersilie“.

Wichtigstes Grundnahrungsmittel in Afghanistan ist Brot, welches z.B. als Naan im traditionellen Backofen, dem Tandour, gebacken wird. Neben Brot ist auch Reis aus der afghanischen Küche nicht wegzudenken. Man isst ihn entweder gedünstet (Chalau) oder als Pilaw (Palau).

Die bevorzugten Fleischsorten sind Rind und Lamm. Als Gemüse kommen Auberginen, Tomaten, rote Linsen, Paprika, Pepperoni und Okraschoten zum Einsatz. Auch Zwiebeln und Knoblauch sind wichtiger Bestandteil der afghanischen Küche.

Gegessen wird am Boden auf speziellen Sitzkissen. Die Speisen werden in Töpfen oder auf großen Platten serviert und auf ein ausgebreitetes Tuch gestellt. Zu jeder Mahlzeit gehört Reis, Brot, Salat und Joghurt. Brot wird häufig zum Tunken von flüssigen Speisen verwendet. Als Getränk zum Essen gibt es Dooch, ein erfrischendes Getränk aus Joghurt, Gurken und Minze.

Zum Nachtisch werden frische Früchte gegessen, zu besonderen Gelegenheiten gefolgt von Puddings oder süßem Gebäck. Danach wird Tschai (grüner oder schwarzer Tee) serviert. Er wird meist sehr süß getrunken und mit Kardamom gewürzt, welcher gut für die Verdauung sein soll. Die afghanischen Mahlzeiten sind bekannt dafür sehr üppig zu sein 🙂


MENÜ

Vorspeise:
Bademjan Borani
Gebratene Auberginen und Tomaten mit Joghurtsoße

Hauptspeise:
Qabili Palau
Lamm-Pilaw mit Möhren, Rosinen und Mandeln

Dessert:
Firni
Milchpudding mit Rosenwasser und Kardamom

Eigentlich wollten wir gerne auch ein Dooch zum Essen trinken, aber das es eher ein Getränk für heiße Tage ist (hier ist ja gerade Januar) und uns der Aufwand für die drei Gerichte schon recht hoch erscheint, werden wir wohl darauf verzichten.

Da wir viel indisch und orientalisch kochen, hatten wir fast alles schon zu Hause und die Einkaufsliste viel sehr kurz aus:

IMG_2479
Die größte Herausforderung: Pistazienkerne! Bei den Backzutaten gab es zwar ein kleines Tütchen mit gehackten, lecker aussehenden grünen Pistazien, aber der Preis war dermaßen überteuert das wir uns für eine Tüte geröstete Pistazien aus dem Supermarkt entschieden haben.

So, jetzt wird aber gekocht:


Bademjan Borani
Gebratene Auberginen und Tomaten mit Joghurtsoße

Bademjan Borani (Afghanistan)     IMG_2066

Als Vorspeise haben wir uns für das vegetarische Bademjan Borani entschieden. Es ist ein klassisches afghanisches Gericht, enthält fast alle typischen Zutaten und Gewürze und klingt einfach wahnsinnig lecker.

Zeitaufwand:
1,5 bis 2 Stunden

Zutaten:
Im Menü als Vorspeise für 4 Personen, als Hauptgericht für 2 Personen

500 g Auberginen
250 g Joghurt
4 Knoblauchzehen
2 TL getrocknete Minze
1/2 Tl Chilipulver
1 1/2 TL Koriandersamen
1 TL Paprikapulver
1/2 TL Salz
1/2 TL Cumin
1/2 TL Kurkuma
6 Tomaten
Ca. 1 Tasse Öl (Olivenöl oder Rapsöl)
5-6 Schalotten (oder 2 Zwiebeln)
1 El Tomatenmark
Evtl. 1 Tasse Tomatenpüree (Passata)

Zubereitung:

Auberginen in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden und nebeneinander auf Küchenpapier legen. Mehrfach mit einer Gabel einstechen, mit reichlich Salz bestreuen und mindestens 1 Stunde ziehen lassen.

Für die Joghurtsoße 2 Knoblauchzehen pressen oder reiben und zusammen mit 1 TL Minze in den Joghurt geben. Nach Geschmack salzen und beiseite stellen.

Die restliche Minze zusammen mit allen anderen Gewürzen in einen Mörser geben und zerstoßen.

3 Tomaten in Scheiben schneiden (so dass in etwa die gleiche Menge Scheiben rauskommt wie bei den Auberginen), die restlichen 3 Tomaten würfeln.

Ofen auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Auberginenscheiben trocken tupfen und in einer großen Pfanne portionsweise in viel Öl von beiden Seiten weich braten. (Erfordert etwas Geduld). Gebratene Auberginen auf Küchenpapier legen.

Alle gebratenen Auberginenscheiben nebeneinander auf ein Backblech geben und jeweils eine Scheibe Tomate darauf legen. So lange im Ofen lassen bis die Tomaten wie gegrillt aussehen. (Ca. 15 Minuten) Evtl. noch 5 Minuten die Grillfunktion dazu schalten (falls vorhanden), aber Vorsicht dass nichts verbrennt!

In der Zwischenzeit Schalotten pellen und in sehr feine ringe schneiden (oder Zwiebeln fein würfeln) und in der Pfanne im restlichen Öl glasig dünsten. Die restlichen zwei Knoblauchzehen pressen oder reiben, kurz mitdünsten, dann Tomatenmark und die Gewürze aus dem Mörser dazu geben und anrösten bis sie duften. Dann Tomatenwürfel dazu und köcheln lassen bis sie zerfallen und alles eine breiige Konsistenz bekommt. Evtl zum strecken noch etwas Passata hinzugeben. Ist vielleicht nicht besonders afghanisch macht aber mehr leckere Soße.

Auf einer großen Platte oder Teller 1/3 der Joghurtsoße dünn verstreichen. Gebackene Auberginen und Tomaten darauf anordnen und Tomatensoße darüber geben. Wenn der Teller zu klein ist kann man auch mehrere Schichten machen. Dann auf jede Schicht etwas Tomatensoße geben. Zuletzt mit der restlichen Joghurtsoße garnieren (vertikale oder horizontalen Linien), mit etwas getrockneter Minze bestreuen und mit Fladenbrot oder Weißbrot (am besten selbstgebackenes Naan) servieren!

Unsere Wertung:
Tolle Optik – würziger, abgerundeter Geschmack – leckere, saftige Konsistenz und sehr sättigend.
Ein selbstgebackenes Naan hätte es noch perfekt gemacht, aber diesmal gab es nur ein Fladenbrot vom türkischen Bäcker dazu (Auch sehr lecker!). Ein wunderbares Gericht, das auf alle Fälle nochmal nachgekocht wird.
8,5/10 Punkte


Qabili Palau
Lamm-Pilaw mit Möhren, Rosinen und Mandeln

IMG_2069     IMG_2084

Zum Hauptgang gibt es das afghanische Feiertags- und Nationalgericht Qabili Palau, ein Pilaw, das mit unterschiedlichen Fleischsorten (meist Huhn, Lamm oder Rind) zubereitet werden kann und mit einer Mischung aus Karotten, Rosinen und Mandeln oder Pistazien garniert wird. Wir haben uns für leckeres Lammfleisch und Mandeln entschieden.

Zeitaufwand:
2 bis 3 Stunden

Zutaten:
Im Menü für 6 Personen, als Hauptgericht für 4 Personen

500 g Lammfleisch
2  Zwiebeln
2-4 Knoblauchzehen (nach Geschmack)
Neutral schmeckendes Pflanzenöl
Salz
2 TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
1½ TL gemahlener Kardamom
½ TL gemahlener Zimt
½ TL frisch geschroteter oder gemörserter schwarzer Pfeffer
1 Messerspitze Kurkuma
350 g Basmatireis
400 g Möhren
60 g Mandelstifte
60 g Rosinen

Zubereitung:

Basmatireis mithilfe eines Küchensiebs waschen (bis das Wasser klar ist) und im Wasser einweichen lassen.

Das Lammfleisch von Fett und Sehnen befreien und in 3-4 cm große Würfel schneiden.
Fett und Sehnen nicht wegwerfen sondern in 500 ml Wasser aufkochen und dann auf sehr kleiner Flamme mit Deckel köcheln lassen, das wir die Fleischbrühe für später

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. ca. 4 EL Öl in einer hohen Pfanne oder Topf erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis sie hellbraun werden (ca. 10 Minuten). Dann den Knoblauch hineingeben und kurz anschwitzen.

Das Fleisch dazu geben und bei mittlerer Hitze rundherum braun anbraten. Ca. 2 TL Salz und alle Gewürze hineingeben und unter Rühren weiterarbeiten bis die Gewürze anfangen zu duften. Nun die Fleischbrühe vom Herd nehmen, und durch ein Sieb zum Fleisch gießen. Alles aufkochen lassen und mit geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten bei kleinster Hitze köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Möhren putzen, schälen und in dünne Streifchen schneiden/hobeln. In einer beschichteten Pfanne ohne Fett die Mandelstifte hellbraun anrösten und beiseite stellen. 3 EL Öl in die Pfanne geben und darin die Möhrenstreifen dünsten bis sie weich sind aber noch ein klein wenig Biss haben. Die Rosinen dazugeben und 1 Minute mitdünsten. Dann mit den Mandelstiften vermischen und abgedeckt beiseite stellen.

Den Backofen auf 150° C vorheizen.

Das Fleisch mit einer Schaumkelle aus dem Sud heben, in einen Bräter geben und abdecken.

Den Sud mit Wasser auf 1 Liter strecken. Den eingeweichten Reis abgießen und in einen Topf geben, mit dem Sud aufgießen, salzen und aufkochen. Die Hitze reduzieren und den Reis bei kleinster Hitze im geschlossenen Topf zu 2/3 gar kochen.

Nun den fertigen Reis über das Fleisch im Bräter häufen und alles 30 Minuten mit Deckel im Backofen fertig garen.

Zum servieren 2/3 vom Reis auf eine Platte geben und eine Mulde machen. Fleischstückchen in die Mulde geben und den restlichen Reis darüberhäufen. Möhren-Rosinen-Mandel-Mischung gleichmäßig darauf verteilen. Sofort servieren.

Wenn der Bräter sich dafür eignet kann das Gericht auch direkt in diesem serviert werden. Dann nach 20 Minuten den Deckel des Bräters kurz abnehmen, die Möhren-Rosinen-Mandel-Mischung gleichmäßig auf dem Reis verteilen und danach im Backofen weitergaren.

Bei uns gab es dazu noch einen Joghurt mit Minze (siehe Bademjan Borani Rezept)

Unsere Wertung:
Schöne bunte Optik, guter Geschmack mit schöner Kardamomnote aber Konsistenz etwas trocken.
Ein leckeres Gericht, bei dem man sich schon beim ersten Bissen sofort nach Afghanistan versetzt fühlte. Es hat genau so geschmeckt wie man sich ein afghanisches Essen vorstellt. Für unseren Geschmack war es aber etwas zu trocken und wir hatten das Gefühl das irgendetwas fehlte. Wahrscheinlich waren es einfach nur die Beilagen. Daher haben wir uns noch schnell einen Minzjoghurt dazu gemacht, dann war es sehr viel besser. Die Minze passt auch ganz hervorragend zum Lamm! Für unser Afghanistan-Menü das perfekte Essen, nachkochen werden wir es aber wahrscheinlich nicht so schnell. Mit dem großen Zeitaufwand kochen wir lieber ein indisches Biryani (ähnliche Zubereitung), das uns dann doch noch ein gutes Stück besser schmeckt.
7/10 Punkte


Firni
Milchpudding mit Rosenwasser und Kardamom

IMG_2067     IMG_2089

Ein typisches Pudding-Gericht mit Rosenwasser und Kardamom.

Zeitaufwand:
15 Minuten + 2 Stunden kaltstellen

Zutaten:
Für 4-6 Personen

500 ml Milch
1 TL Kardamom Kapseln gemahlen
1 TL Rosenwasser
20 gr Pistazienkerne
30 gr Stärke

Zubereitung:

Die Stärke mit 3 EL Milch anrühren.

Restliche Milch leicht erhitzen, dann angerührte Stärke einrühren.

Rosenwasser und gemahlenen Kardamom hinzugeben, aufkochen und 2 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

In Schälchen abfüllen und mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Mit kleingehackten frischen Pistazien garnieren und servieren.

Unsere Wertung:
Gute Optik, angenehme Konsistenz und sehr erfrischend. Geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftig.
Kardamom und Rosenwasser geben dem Gericht eine tolle orientalische Note. Es hat unser Menü gut abgerundet, kommt aber nicht auf die Liste der Lieblingsnachspeisen. Fairerweise muss man aber sagen, dass es mit frischen Pistazien (wir hatten ja nur geröstete und gesalzene Pistazien aus der Tüte) sicherlich viel leckerer und auch optisch noch ansprechender gewesen wäre.
6/10 Punkte


UNSER FAZIT:

Das Kochen der Vor- und Hauptspeise war sehr zeitaufwändig. Wir haben unser afghanisches Kochen auf zwei Tage verteilt (1. Tag Vorspeise, 2. Tag Haupt- und Nachspeise) wenn man alles zusammen als Menü zubereitet, sollte man sich an diesem Tag nicht viel anderes vornehmen.
Insgesamt hatten wir viel Freude an unserer afghanischen Woche. Es war sehr interessant einen Einblick in die afghanische Küche zu bekommen und dank der vielen leckeren Gewürze ein schönes Dufterlebnis. Da wir viel indisch und orientalisch kochen waren die Rezepte aber nichts wirklich Neues für uns. Umso mehr freuen wir uns auf unsere nächste kulinarische Reise nach Ägypten! 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s